Kontakt zu uns

Kirchenbüro
Martina Leiendecker
An der Masch 26
Di, Mi, Fr 10:00-12:00 Uhr,
Do 15:00-17.30 Uhr.
Tel.: 05132-837077
Fax: 05132-837078
kg.matthaeus-lehrte@evlka.de

Web-Admin:
admin@matthaeus-lehrte.de

Unsere Adressen und Telefonnummern

Über Systemgrenzen, Ländergrenzen und Sprachgrenzen hinweg!
Zum 25stenmal Tschernobyl-Kinder in der Matthäusgemeinde Lehrte

Der sehr gut besuchte Gottesdienst für Groß und Klein am Pfingstsonntag stand ganz im Zeichen der Tschernobyl-Hilfe, die in diesem Jahr von der Matthäusgemeinde Lehrte zum 25stenmal durchgeführt wird. Diakon Sven-Oliver Salzer begrüßte die Kirchengemeinde sowie die Gäste aus Gomel in Weißrussland sehr herzlich und lobte, dass sich all die Jahre so viele Menschen für die Tschernobyl-Hilfe engagiert und diese somit überhaupt erst möglich gemacht haben.

„Über Systemgrenzen, Ländergrenzen und Sprachgrenzen hinweg findet diese Aktion statt“, so Salzer und weiter: „Mit diesem Gottesdienst und dem anschließenden Jubiläumsfest, wollen wir uns bei allen für ihre großartige Unterstützung bedanken.“


Gleich zu Beginn des Gottesdienstes stellten Mitglieder des Kirchenvorstandes den an Egoismus gescheiterten Turmbau zu Babel auf sehr anschauliche Weise mit Pappkartons nach. Pastorin Gesa Steingräber-Broder las die dazugehörige Geschichte auf Deutsch und die Übersetzung ins Weißrussische übernahm Alexander Pokulnjewitsch, der in diesem Jahr als Begleitperson aus Weißrussland dabei ist.

Später erzählten Pastorin Steingräber-Broder und Diakon Salzer die Pfingstgeschichte, davon, dass Gott uns seinen guten Geist geschickt hat, damit wir uns verstehen und an ihn glauben. In diesem guten Geist und dem versöhnlichen Wir-Gefühl stapelte der Kirchenvorstand nun die Kartons erneut und es entstand eine Kirche. Steingräber-Broder übertrug die Pfingstbotschaft auf die Tschernobyl-Hilfe, wo das Miteinander auch mit einer Geste und einem Lächeln gelingen kann – trotz unterschiedlicher Sprachen. „Diese Begegnung ist ein gegenseitiges Geschenk und ich möchte allen an dieser Stelle ganz herzlich danken, die sich hier in all den Jahren engagiert haben“, so die Pastorin.

„Frohe Pfingsten“ ertönte nun in unterschiedlichen Sprachen und auch in einer musikalischen Variante von Kantorin Birgit Queißner.

Mit dem Lied „Halleluja – Preiset den Herrn!“ bekam dieser Gottesdienst eine lustige Note. Gekonnt animierte Diakon Salzer Gitarre spielend die Gemeinde, bei diesem Lied nicht nur lautstark mitzusingen, sondern dazu immer wieder auch aufzustehen. Jung und Alt machten begeistert mit und ließen sich von der guten Stimmung bereitwillig anstecken. Außer auf Deutsch, wurde der Lobgesang auch auf Englisch und mit strahlenden Gesichtern auf Kisuaheli, Finnisch und schließlich auf Weißrussisch gesungen.

Im weiteren Verlauf stellten sich die acht weißrussischen Mädchen im Alter von 8 bis 12 Jahren der Gemeinde – ganz im Geist von Pfingsten – auf Deutsch vor. Sie berichteten von ihren teils bewegenden Familienhintergründen, ihren Hobbys, Wünschen und Hoffnungen.

Auch Alexander Pokulnjewitsch, der in Gomel am Gebietskinderkrankenhaus tätig ist, sprach ein Grußwort und erinnerte an den Supergau, der sich am 26. April 1986 im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl ereignete: „Die damals freigesetzte Menge Radioaktivität entsprach der von 500 Atombomben. Die Wolken regneten auf ihrem Weg nach Skandinavien hauptsächlich über Weißrussland ab. So sind wir in Gomel einer noch heute andauernden Permanentstrahlung ausgesetzt. Das ist eine enorme Belastung für uns.“

Zum Schluss dankte Sven-Oliver Salzer nochmals allen, die sich seit 1995 mit ihrem Engagement in mannigfaltiger Weise eingebracht haben. „330 Kinder sind in dieser Zeit zu uns gekommen und wurden in 110 Gastfamilien aufgenommen“, ergänzte Annette Tatchen vom Organisationsteam. Wissenschaftlich erwiesen ist, dass der vierwöchige Aufenthalt der weißrussischen Kinder in Lehrte ihr Immunsystem nachweislich für ein Jahr stärkt.

Auf eindrückliche Weise wurde deutlich, dass auch 33 Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe diese Hilfe wichtig und unerlässlich ist. In diesem Zusammenhang wies Pastorin Steingräber-Broder darauf hin, dass es immer schwierig werde, Gastfamilien zu finden, die die Kinder aus Gomel für zwei Wochen im Jahr aufnehmen könnten. Umso dankbarer sei man den aktuellen Gastfamilien.

Stellvertretend für alle hier engagierten und helfenden Menschen bedankte sich Diakon Salzer namentlich bei Heike Borges-Duschek, die sich für diese Aktion seinerzeit stark gemacht und sie nach Lehrte geholt hatte.

„Ein besonderer Dank gebührt auch der Freiwilligen Feuerwehr Ilten, die sich seit Jahren mit vielerlei spannenden Freizeitaktivitäten in die Tschernobyl-Aktion einbringt“, so Salzer.

Es wurde klar, dass die Matthäusgemeinde hier über eine inzwischen beträchtliche Zeitspanne einen beachtlich langen Atem beweist und mit Herzenswärme und Güte ein Leuchtturm-Projekt beherbergt, das in der Region seinesgleichen sucht.

Nach einer Stunde ging der fröhliche Gottesdienst des Miteinanders und des Dankes zu Ende. Bevor die Besucherinnen und Besucher gut gelaunt hinaus in den strahlenden Sonnenschein gingen, schauten sich viele im Foyer die liebevoll erstellte Ausstellung an, die mit unzähligen Bildern auf bunten Pappen Eindrücke der Tschernobyl-Hilfe aus den vergangenen Jahrzehnten zeigt.

Bei bestem frühsommerlichen Wetter lockte draußen eine gastliche Szenerie zum Verweilen: Bierzeltgarnituren waren in dem angrenzenden Park neben der Kirche aufgebaut und dem von den Landfrauen gespendeten, leckeren Kuchenbuffet konnte kaum jemand widerstehen. Statt Kaffee im Pappbecher und Kuchen auf dem Plastikteller, gab es „ordentliches“ Geschirr und Besteck – da schmeckten die Leckereien doch gleich noch einmal so gut. Die Kleinen erfreuten sich an der Hüpfburg und auch die Linde, die Diakon Salzer bereits in den frühen Morgenstunden geschickt zum Kletterbaum „umgebaut“ hatte, wurde begeistert genutzt. Es gab eine Grillstation und eine Tombola, bei der jedes Los gewinnen konnte sowie eine Fotostation.

Auf einer Bierzeltbank sitzend berichtete Alexander Pokulnjewitsch, dass er seit 2003 immer mal wieder als Begleitperson für das Tschernobyl-Projekt mitfährt und sich dafür stets vier Wochen Urlaub nimmt. „Der Aufenthalt hier ist für mich Vergnügen und ich sammle viele kulturelle Erfahrungen. Gestern zum Beispiel war ich mit der Gastfamilie beim Geburtstag ihres Enkelkindes“ freute sich der sympathische HNO-Arzt.

Als die 12jährige Dascha dazu kam, berichtete sie, dass es ihr in Lehrte sehr gut gefalle  – besonders toll, sei das Schwimmbad mit dem klaren, sauberen Wasser. „In Gomel gibt es kein Schwimmbad. Nächste Woche werde ich mit den deutschen Kindern im Schwimmkurs Schwimmen lernen. Darauf freue ich mich sehr!“ Sagte es und lief fröhlich zur Hüpfburg.

Moni Schneider-Mild

Die nächsten Termine

Herrnhuter Losung:

2. Sonntag im Advent
Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.
Jesus rief: Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.