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auf dem "Neuen und Alten Friedhof" in Lehrte

Der Neue und der Alte Friedhof der evangelischen Matthäusgemeinde in Lehrte stehen jetzt im Zeichen des immateriellen Kulturerbes Friedhofskultur: Friedhofsverwalter Gerhard Winter brachte entsprechende Schilder an dem Haupteingang des Neuen Friedhofs sowie im Schaukasten auf dem Alten Friedhof an, um so auf die wichtige Bedeutung der Friedhofskultur für unsere Stadt aufmerksam zu machen.

Lehrte ist damit Teil eines bundesweiten Netzwerks von 150 Städten, die auf diese Art und Weise auf die vielschichtige Bedeutung der Friedhöfe für unsere Gesellschaft aufmerksam machen. Bereits im März hatte die Kultusministerkonferenz auf Empfehlung der Deutschen UNESCO-Kommission diese Ernennung zum immateriellen Kulturerbe beschlossen. Allerdings ging die Auszeichnung im Corona-Lockdown völlig unter, weshalb man jetzt mit der Aktion „Friedhöfe auszeichnen“ auch bei uns in Lehrte auf diese wichtige Ernennung aufmerksam macht. „Es sind nicht die Friedhöfe an sich zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden“, erläuterte Gerhard Winter, „sondern die Friedhofskultur, also all das, was Menschen auf dem Friedhof tun.“

Dazu gehöre das Trauern, Erinnern und Würdigen genauso wie das Gestalten, Pflegen und Weiterentwickeln.
„Der Friedhof ist vor allem auch ein Ort der Lebenden“, sagte Winter weiter, „der weit über die persönlichen Trauerrituale hinaus identitätsstiftende Bedeutung für unsere Gesellschaft hat.“ Hervorzuheben ist zum Beispiel die historische Dimension der Denkmäler. Der Kulturraum Friedhof bildet zudem den größten Skulpturenpark unserer Stadt und ist zugleich Inspirationsfläche für viele Kunstformen.

Besonders bedeutsam ist seine soziale Funktion: Der Friedhof erweist sich als Treffpunkt für Familien oder Angehörige und wirkt auch sozialer Vereinsamung von Hinterbliebenen entgegen. Nicht zuletzt zeigt sich dieser Kulturraum über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg als ein Ort der Integration und des Friedens. Nicht zu vergessen ist die Bedeutung der Friedhöfe für den Naturschutz, zum Beispiel auch als Ort der Biodiversität.

Grundvoraussetzung für die Ernennung der Friedhofskultur in Deutschland zum immateriellen Kulturerbe war für die UNESCO „die Lebendigkeit der kulturellen Ausdrucksform“. Es gehe nicht um ein Mumifizieren unserer Friedhöfe, sagte Friedhofsverwalter Winter, sondern um deren zeitgerechte Weiterentwicklung. So werde man auch in Zukunft Bestattungsformen anbieten, die den Wünschen der Menschen entsprechen wie z.B. naturnah gestaltete oder pflegeleichte bzw. pflegefreie Grabformen.

Die Auszeichnung der beiden Friedhöfe unserer Stadt hat das „Kuratorium Immaterielles Erbe Friedhofskultur“ initiiert, das sich der Pflege und Weiterentwicklung dieses Kulturerbes verschrieben hat. Auf seiner Seite www.kulturerbe-friedhof.de finden sich umfangreiche Informationen über die Friedhofskultur in Deutschland, die Ernennung zum immateriellen Kulturerbe und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft.

 

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Sie haben sich Götter von Gold gemacht. Vergib ihnen doch ihre Sünde!
Gebt acht, liebe Brüder und Schwestern, dass in keinem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei und niemand abfalle vom lebendigen Gott, sondern redet einander zu Tag für Tag.